Das Estádio Governador Magalhães Pinto, kurz Mineirão genannt, ist mit einer Kapazität von 69.950 Zuschauern das drittgrößte Fusßballstadium Brasiliens und das 29. Größte der Welt. Es liegt in der Stadt Belo Horizonte und wurde nach dem Gouverneur benannt, der zu jener Zeit regierte. Nur die Stadien aus Rio de Janeiro und der Hauptstadt Brasilia sind noch größer.
Geschichte
Das Bauvorhaben des Mineirão existierte bereits 25 Jahre vor seiner Eröffnung. Die Idee in den 1940er Jahren war, ein Stadion in Belo Horizonte zu bauen, welches für die drei besten Clubs der Stadt gut genug war. Cruzeiro Belo Horizonte, Atlético Mineiro und América Mineiro hatten zwar ihre eigenen Stadien, jedoch waren diese nur sehr unbequem und genügten kaum den Anforderungen der Fans. Fast wurde der Plan auch umgesetzt, jedoch gab es Finanzierungsprobleme, sodass das Grundstück in der Nähe des Flughafens, wo das Stadion gebaut werden sollte, verkauft wurde.
Für die WM 1950 in Brasilien musste nun aber ein gutes Stadion her, sodass das Projekt noch einmal in Gang kam. Die Bauverträge waren unterschrieben, die Vereine waren sich einig und der Bürgermeister gab auch grünes Licht. Jedoch wurde ziemlich schnell klar, dass das Stadion niemals rechtzeitig zur WM fertig werden würde. Die FIFA übernahm schließlich die Verantwortung am Bau, jedoch wurde das WM-Spiel am 25. Juni 1950 zwischen Jugoslawien und der Schweiz in einem improvisiertem, halb-fertigem Stadion gespielt. Es standen nur 30.000 Sitzplätze zur Verfügung. Ein Desaster für Fans und Presse.
Danach tat sich lange Zeit nichts. Ende der 1950er ging es nach langem hin und her um Finanzierungen und Genehmigungen endlich weiter. Der Bauleiter Cesar Gil musste sich gegen Finanzkrisen und Korruption durchsetzen, um überhaupt mit der Arbeit am Stadion anfangen zu können. Durch die ganzen politischen Widerstände und Probleme schritt der Bau im ersten Jahr nur sehr langsam voran. Immer wieder versickerte Geld in irgendwelchen Dubiosen Kanälen und die Arbeiter klagten auch oft über mangelhafte Ausrüstung.
In dem Stadion Mineirão wurden aber jede Menge technische Superlative verbaut. So zum Beispiel wurden Röntgenstrahlen eingesetzt um Schwachstellen im Material frühzeitig zu erkennen. Außerdem wurde eine gigantische Ellipse von 275 Metern als Dachkonstruktion erstelle. Trotz der zahlreichen Probleme wurde das Estádio Mineirão schließlich im Jahre 1965 fertiggestellt. Während der gesamten Bauzeit wirkten rund 5.000 Arbeiter an diesem Bauwerk mit. Es galt damals als das modernste Stadion der Welt.
Zur Einweihung spielte am 5. September 1965 eine brasilianische Staatsauswahl gegen den Argentinischen Spitzenklub River Plate. Der Spieler Buglê von Atlético Mineiro schoß dabei vor 73.201 Zusehern den Treffer zum 1:0 Erfolg.
Die größte Zuschaueranzahl des Stadions wurde im Jahr 1997 mit 132.834 Menschen in der Partie zwischen Cruise und Villa Nova im Finale der brasilianischen Liga erreicht. An diesem Tag mussten Frauen und Kinder keinen Eintritt zahlen, sodass diese hohen Zuschauerzahlen leicht erreicht werden konnten. Im Jahr 2004 reduzierte die FIFA aus Sicherheitsgründen die Kapazität des Stadions auf 72,000 Menschen.
Aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten für die WM 2014 wurde Mineirão im Juni 2010 geschlossen. Cruzeiro Belo Horizonte und Atlético Mineiro tragen in dieser Zeit ihre Heimspiele in der Arena do Jacaré in Sete Lagoas aus. Nach der Renovierung wird das Stadion ein Fassungsvermögen von 69.950 Zuschauern haben.
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